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    Wochenspruch nach Jubilate


    Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“ (2Kor 5,17)

    Liebe Gemeinde,

    mit all seiner Kraft und Schönheit ist der Frühling angebrochen. Die Bäume erleuchten im strahlenden Grün. Die Sonne scheint so hell, dass ich die Augen zukneifen muss. Die letzten Heizungen werden ausgedreht. Die Vögel zwitschern Tag und Nacht und wo ich hingucke, trauen sich immer mehr Menschen, ihre warmen Funktionsjacken einmal wegzulassen.

    Es ist die Zeit nach Ostern, zu der wir als Gemeinde voller Freude zusammenkommen, die Wärme genießen und endlich lange draußen sitzen können ohne zu frieren. Doch dieses Jahr ist anders. Natürlich können wir raus und natürlich können wir uns alleine oder zu zweit in den Park setzen, aber auf vieles müssen wir derzeit verzichten:

    Das Fußballspielen im Verein auf der grünen Wiese, der Spaziergang mit Freunden im Park oder der Wein im Restaurant bei der Geburtstagsfeier.

    Dieser Frühling kommt mit seiner Kraft und Schönheit und wir müssen verzichten. Natürlich haben wir gute Gründe zu verzichten. Doch etwas in mir ist unvernünftig, will mit der Pandemie abschließen, um nun endlich das zu machen, was ich im Frühling eben so gerne mache, was ich als mein Recht ansehe: draußen, mit Freunden.

    An Ostern feiern wir den Beginn von etwas Neuem. Die Bäume erblühen voller Leben und Christus ist von der Toten auferstanden. Das sind große Wunder, die ich immer dann erst wirklich glauben kann, wenn es wieder soweit ist.

    Dieses Jahr ist anders. Der Frühling fühlt sich an, als sei er vergeudet. Und doch erscheint etwas zu grünen in unserem Verzicht, in unserem Leid. Denn der Frühling um mich ist wunderschön und vor allem ist er alles andere als selbstverständlich. Ich habe kein Anrecht darauf, ihn so zu verbringen, wie all die Jahre zuvor. Seine Schönheit fällt mir durch den Verzicht umso mehr auf.

    Einen Wert des Coronavirus will ich nicht anerkennen, weil es doch zunächst einmal eine gefährliche Krankheit hervorbringen kann und Leid in sich trägt. Und gleichzeitig habe ich den Eindruck, dass die Bäume nie grüner und der Himmel nie schöner waren, als in diesen Zuhause-Monaten.

    Ostern führt uns dieses Wunder vor Augen. Etwas Neues beginnt, das Alte ist vergangen. Wir dürfen staunen und den Schatz vor unserer Tür bewahren, um ihn endlich als das zu sehen was er ist: ein Geschenk und damit alles andere als selbstverständlich.

    Es ist beinahe körperlich schmerzhaft, mir dies einzugestehen. Ich will es leugnen und mein selbst erteiltes Recht zurück, das ich die letzten Jahre geglaubt hatte zu haben. Doch kein Weg führt zu diesem zurück. Vielleicht ist es auch das, was ich vom Frühling 2020, von dem Osterwunder 2020 mitnehmen darf.

    Gott segne Sie

    Ihr Pfarrer Paul Bismarck





    Wochenspruch zur Woche nach Judika


    Liebe Gemeinde,

    ich fand es immer beeindruckend, wenn der Chef einer Firma vor einem Meeting noch schnell für alle Tee und Kaffee kocht und im Anschluss gleich in der Küche verschwindet, um als erster den Abwasch zu machen. Wenn eine Chefin sich nicht zu schade ist, alle Tische auf- und abzubauen, die Kopien für alle bereit gelegt hat und in der Sitzung das Protokoll schreibt. Kurzum: Diese Chefin ist mir sofort sympathisch und nah, sie scheint mir freundlich und demütig und alles andere als abgehoben.

    Weil sie sich nicht zu schade ist, die körperlichen oder niederen Arbeiten selbst zu machen und keinen Praktikanten damit beauftragt. Ja, weil sie diese Arbeiten nicht niedrig wertet, sondern als notwendig ansieht und sie einfach anpackt, anstatt sich lang darüber Gedanken zu machen, wer was übernehmen könnte und ob sie nicht zu hochgestellt ist für Küchen- und Hausarbeit.

    Jesus ist wie diese Chefin. Er ist nah und freundlich, er ist demütig und gekommen, um uns bis in den Tod zu dienen. Nicht weil er müsste. Denn Jesus könnte jederzeit seinen Vater im Himmel um alles bitten und würde es bekommen. Er hat die Vollmacht Gottes auf Erden und könnte von ihr Gebrauch machen.

    Doch der Versuchung sich bedienen zu lassen widersteht er. Selbst der Teufel kann ihn in der Wüste nicht dazu überreden. Jesus widersteht der Versuchung, abgehoben und fern zu sein, seine Macht auszuspielen. Er zeigt wahre Größe in seiner Nähe und Freundlichkeit zu uns. Und vor allem erinnert er uns daran, wie schön das Gefühl ist, einfach anzupacken, statt lange zu lamentieren. Wie nah und sympathisch uns Menschen sind, denen wir helfen und dienen können, anstatt sie mit falscher Macht zu überziehen. Wir haben viel Kraft geschenkt bekommen und können anderen dienen und anpacken, statt bloß zu philosophieren. Dieser Dienst ist eine große Erfüllung und bringt uns näher zusammen. Amen!


    Wochenspruch zur Karwoche

    Wochenspruch Karwoche 2020 Der Menschensohn muss erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben. (Joh 3, 14b-15)


    Wer wird ‚erhöht‘? Die, die eine Gehaltserhöhung bekommt? Der, der in der Hierarchieleiter seiner Firma eine Sprosse höher steigen darf? Die Medaillengewinnerin, die bei Olympia auf das Siegerpodest darf? Die, die jetzt Anerkennung in Form von Jubel von Fenstern und Balkonen empfangen und einer einmaligen Extrazuwendung? Könige, die auf dem Thron sitzen dürfen, eine Krone auf dem Haupt?

    Wer ‚erhöht‘ wird, ist rein sprachlich gesehen, höher als die anderen, überragt sie, in Ansehen und Position. Ein ‚Erhöhter‘ hat einen Abstand zu denen unter ihm. Er kann auf sie herabschauen. 

    Als Jesus in Jerusalem einzieht, da sieht alles danach aus, als sollte er zum König erhöht werden. Menschenmassen, die ihm wie Untertanen zujubeln, ihre Kleider wie einen roten Teppich vor ihm ausbreiten. Alles scheint perfekt für eine ergreifende Krönungszeremonie. Der König für die Armen, für das einfache Volk, einer der nicht in die eigene Tasche wirtschaftet, ist ausgemacht! So einen will man gerne über sich haben. Denn der wird diese Position nicht ausnutzen. ‚Hosianna!‘

    Doch schnell, viel zu schnell, wird aus dem Jubel Zorn, aus winkenden Händen geballte Fäuste, aus begeisterten Gesichtern, vom Hass verzerrte Fratzen. Und aus dem Thron wird ein Kreuz. Alles dreht sich um, wendet sich zum totalen Gegenteil und nichts ist mehr so, wie es scheint.

    Und dann wird Jesus wirklich erhöht, am Kreuz. Hinaufgezogen an Seilen, überragt der, der da am Kreuz hängt die anderen. Er kann auf sie herunterschauen. Und doch ist das eine ‚Erhöhung‘, die sich so niemand vorgestellt hätte. Aus Menschensicht ist es eine ‚Erhöhnung‘, wenn es so etwas gibt – der Gipfel der bösartigen Verspottung und Quälerei. Das ist es, was sich da zeigt. Aber auch hier ist nichts so, wie es scheint. Gott sei Dank!

    Der zu Tode Geschundene bleibt nicht im Grab. Er wird auferstehen und Gott wird ihn gerade durch das Kreuz erhöhen. Und nichts ist mehr so, wie es scheint. Mitten im Finstern ist plötzlich Licht. Mitten in der Gottverlassenheit ist Gott ganz nahe. Das Werkzeug für einen schändlichen Tod wird zum himmlischen Thron. Mitten im Tod ist plötzlich das Leben – das ewige Leben! Amen.


    Gottesdienst zu Palmsonntag 


    Passionsandacht am 02.04.2019


    Gottesdienst zu Laetare 


    Auch als Download verfügbar

    Gottesdienst zu Laetare am 23.2.20
    Gottesdienst zu Laetare am 23.2.20
    2003_Podcast Laetare 2203.mp3 (16.41MB)
    Gottesdienst zu Laetare am 23.2.20
    Gottesdienst zu Laetare am 23.2.20
    2003_Podcast Laetare 2203.mp3 (16.41MB)


    Passionsandacht am 24.03.20


    Auch als Download verfügbar

    Podcast - Passionsandacht - Hiob
    Podcast - Passionsandacht - Hiob
    Podcast - Passionsandacht.mp3 (11.07MB)
    Podcast - Passionsandacht - Hiob
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    Podcast - Passionsandacht.mp3 (11.07MB)



    Wochenspruch zur Woche nach Laetare


    Liebe Gemeinde,

    Nichts bleibt wie es ist. Nichts kann immer so bleiben, wie es jetzt ist. Alles ist im Wandel. Das müssen wir jetzt schmerzhaft erleben, in dieser weltweiten Krise. Das, was alltäglich schien und immer vorhanden, ist nicht selbstverständlich. Alles ist ins Wanken gekommen, unsere Wertigkeiten verschieben sich und Vieles muss sich neu sortieren. 

    Im Fluss unseres Alltags denken wir oft, dass alles, was uns umgibt und uns als Person ausmacht, für immer so bestehen bleibt.Jesus führt uns vor Augen, dass im Statischen kein Leben ist. 

    Von dem Korn, das in die Erde fällt, wird nichts bleiben. Wurzeln treibt es aus und aus denen wächst ein grüner Halm mit Ähren, die viele neue Körner tragen. Ein Korn, das nicht in die Erde gelegt wird, bleibt zwar in Form, aber auch allein und ist zu nichts nütze. Alles ist ihm angelegt, aber es kommt nicht zur Entfaltung. 


    Jesus sagt uns mit diesem Bild: Hört auf damit, euch nur zu schonen und das zurückzuhalten, was euch gegeben ist. In Euch ist viel mehr angelegt, als ihr ahnt. In Euch steckt viel mehr, als Ihr glaubt und für möglich haltet. Ihr braucht keine Angst zu haben, Euch hinzugeben für andere. 
     

    Wirkliches Leben – meint Jesus- ist nicht bewahren, horten, festklammern und sichern. Das ist pure Angst. Wer darin den Sinn des Lebens sieht, ist schon tot. Jesus hat uns vorgemacht, wie das geht- ein angstfreies Leben, aus Freiheit und dem festen Glauben an Gott geboren. 

    Jesus hat sich ausgegeben, was in ihm steckte den Menschen geschenkt und ist so zur Erfüllung gelangt. Er ist als Weizenkorn seiner Lebensbestimmung nachgekommen, er hat sich am Kreuz für alle Menschen hingegeben und ist von seinem Vater auferweckt worden zu neuem Leben. 

    Jesus sagt: Ihr sollt mich nicht nur bewundern, sondern mir nachfolgen. Auch Ihr sollt bereit zur Lebenshingabe sein und Ihr könnt das, weil Gott Euer Leben in der Hand hält und für Euch sorgt. Also: Keine Angst sich auszugeben, sich verwandeln zu lassen. So werden wir gesegnet und können ein Segen seinAmen.


    Wochenspruch zur Woche nach Okuli


    Liebe Gemeinde,

    natürlich schaue ich zurück. Was sollte ich schon anderes tun, denn in allem, was jetzt passiert, spiegelt sich schmerzhaft das, was im Moment verloren ist. Mein täglicher Weg zur Arbeit und wieder nach Hause, mein Treffen mit Freunden im Park, um den Frühling zu begrüßen, das Sportevent, der Spieleabend, alles wirkt unendlich weit weg.

    Das Coronavirus hat seinen Griff um unsere Freiheiten gelegt und um vieles, das uns lieb gewesen war und von dem wir nicht im Traum erwartet hätten, dass wir es einmal hinter uns lassen müssten. Deshalb: Natürlich schaue ich zurück!

     Es ist Übermut zu glauben, dass wir in einer solchen Krise nur den Blick für unseren Herrn haben und nicht auch für alles, was wir für den Moment verloren haben.

    Und trotzdem fordert Jesus das scheinbar Unmögliche: Der Familienvater darf sich nicht von seiner Familie verabschieden und der Trauernde nicht einen geliebten Menschen beerdigen, wenn er wirklich Jesus nachfolgen möchte.

     Doch Jesus weiß auch darum, wie unmöglich es uns ist, nicht einen Blick zurückzuwerfen. Jesus weiß um unsere Schwächen und Unzulänglichkeiten ebenso wie um unsere große Liebe und Verbindung zueinander. Er weiß darum, dass wir Menschen sind; er selbst ist Mensch geworden.

    Und so blicken wir schmerzhaft zurück, doch unser Blick bleibt nicht haften. Denn wir wissen, dass wir für diesen Blick nicht gerichtet werden. Dass Gott will, dass wir einander lieben, füreinander einstehen und dafür auch einen Blick zurückzuwerfen.

    Und dann blicken wir wieder nach vorne und sehen unseren Herrn, dem wir nachfolgen wollen und der uns versprochen hat uns im Leben und darüber hinaus in seiner Hand zu halten. In dieser Zuversicht können wir getrost leben. Amen!